perception und reception (diesmal auf Englisch, geht nicht anders, ist aber nur der Titel ^^)

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Wie unterschiedlich Wahrnehmung (Perzeption) sein kann und wie unterschiedlich wie man etwas Wahrgenommenes aufnimmt und verarbeitet (Rezeption), davon habe ich in meinem Studium viel gehört, in Literaturwissenschaft auch zu gearbeitet und dann auch noch die Ebene der Interpretation kennengelernt. Daran ist interessant, dass auf Englisch der Übersetzer einer Sprache auch „interpreter“ genannt wird, so beinhaltet die Bezeichnung sogar schon, dass der Hörende das Gesagte deutet und in seiner Übersetzung dann weiter umsetzt und vermittelt.

Warum das nun?

Im Moment lebe ich glaube ich, in einer fremden Welt und bräuchte mal dringend einen Übersetzer. Ich erkenne sie zwar wieder, aber meine Rezeption und Interpretation weicht ganz erheblich von der anderer Menschen ab. Also Folge davon, werde ich unsicher, ob ich meiner Wahrnehmung trauen kann, also letztlich mir selbst. Denn meine Wahrnehmungsbrille ist meine und jeder Mensch hat ja das Recht, auf seine eigene Sicht.

Das ist schwer auszuhalten und ich ertappe mich dabei, wie ich regelmäßig kontrolliere, ob meine Wahrnehmung noch stimmt. Ich suche Anker, Referenzpunkte, versuche empathisch zu sein. Diese Woche brachte es nichts. Akzeptanz des Geschehenen ist angesagt, schwierig schwierig und dieses Gefühl, sich in sein Schicksal fügen zu müssen, macht hilflos.

Nach einer anstrengenden Woche mit Krankheit und Übermüdung noch im Beruf etwas zu leisten, zehrt. Dann eine schwammige Kritik einstecken zu müssen, die weder erklärt noch begründet werden kann, auch nach zehnmaligem Nachfragen nicht, ist in erster Linie irritierend, in zweiter Linie  tut sie weh. Gespräche zu hören, wo die Kommunikation ohrenscheinlich diametral verläuft, anstrengend und man meint seinen Ohren kaum trauen zu können. Die Erkenntnis einmal mehr, dass es Voreingenommenheit beim Wahrnehmen unbedingt gibt und auch die Erkenntnis, that older people are not necessarily wiser but…STILLOS. Es konsolidiert sich leider, dass bei Personen, mit denen man jetzt schon eine Weile zusammmenarbeitet, einem in Erinnerung bleiben werden, durch sehr aufdringliche Kontakte. Wenn dazu das penetrante Nachfragen nach Wiedererscheinen nach einer langen Krankheit gehört, unpassende Kommentare und eine Kritik, die leider ins Leere geht und so nur verletzt und nicht weiterbringt, da unbrauchbar, da braucht man Menschen, die das Ganze sehen können, die aus der Distanz wahrnehmen und interpretieren.

Diesen Menschen danke ich diese Woche von Herzen! ihr wisst, wer gemeint ist!

So eine durch meine Wahrnehmung leider mal nicht rosa verzerrte Welt wieder zu fokussieren, nicht schwammig werden zu lassen, sich zu hinterfragen und auch mal etwas von sich zu weisen oder nicht stehenlassen zu können, das ist anstrengend. Und macht auch manchmal einsam. Out of tune…

Und ich freu mich auf den Tag, an dem meine Welt, die Welt in der ich bin/sein muss, wieder zu dem Platz wird, wo Perzeption und Rezeption deckungsgleich mit meinen Interpretationen sind.

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